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Das „Sonnenhormon“ Vitamin D

Der Lichtspezialist Heinrich Remagen behandelt nicht nur die Thematik der Auswirkung künstlicher Beleuchtung auf
den menschlichen Organismus, sondern richtet das Augenmerk auch auf die für uns alle lebensnotwendige Heilkraft
des Sonnenlichtes.

Vitamin D, heute mehr denn je in aller Munde, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Während es einerseits unerlässlich ist, sich die teilweise gravierenden negativen Auswirkungen energieeffizienter künstlicher Lichtquellen vor Augen zu führen und in geeigneter Weise darauf zu reagieren, ist das „Sonnenvitamin D“ für unsere Gesundheit vergleichsweise so wichtig wie saubere Luft und reines Wasser. Viel zu langsam reagiert die Medizin auf die Ergebnisse neuester Studien, die die umfassenden Wirkungen dieses als Steoridhormon klassifizierten Stoffes nachweisen. Nicht nur die allgemein bekannte Wirksamkeit im Calciumkreislauf – etwa gegen Osteoporose und Rachitis -, sondern insbesondere die vielfältigen nicht skelettären Wirkungen des Vitamin D werden immer deutlicher. So verbessert ein guter Vitamin-D-Spiegel im Blut nicht nur die Genexpression von fast 300 Genen (Uwe Gröber/Michael F. Holick, Vitamin D – Die Heilkraft des Sonnenvitamins, WVG-Verlag, Stuttgart 2015), sondern senkt auch drastisch das Risiko, an verschiedenen Autoimmunkrankheiten, saisonal bedingter Depression, Typ-2-Diabetes, Schlaganfall, Herzinfarkt, Demenz, Parkinson oder Krebs zu erkranken.

Fast 90% der Deutschen leiden jedoch an einem Vitamin-D-Mangel, die meisten wissen nichts davon. Denn der Blut-Test (Kosten ca. 30€) gehört (noch?) nicht zum medizinischen Standard und wird von Kassen nicht erstattet. Getestet wird der 25-OH-D-Spiegel im Blut (25-Hydroxy-Vitamin D) in ng/ml (Nanogramm je Milliliter).

Ein Wert < 20 ng/ml gilt als ausgeprägter Vitamin-D-Mangel, bei 20-29 ng/ml spricht man von einem moderaten aber therapiebedürftigen Mangel, 30-40 ng/ml werden als ausreichend angesehen, 40-60 ng/ml als erstrebenswerter Blutspiegel.
Vitamin D, das im Grunde ein Hormon ist, wird von Sonnenlicht (UV-B-Anteil) über die Haut gebildet, eine ausreichende Versorgung über die Nahrung ist nicht möglich. In unseren Breitengraden (Köln: 50°) reicht der Sonnenstand – dieser muss über 45° sein, also Schatten kürzer als Person – nur in den Monaten April bis September zur Vitamin-D-Bildung aus. Dabei werden im Körper zwar Depots gebildet, aber obwohl Vitamin D zu den fettlöslichen Vitaminen gehört, kann es nur begrenzt gespeichert werden. Deshalb sinkt unser Vitamin-D-Spiegel ohne „Nachschub“ in jedem Monat um ca. 30% ab, also in zwei Monaten um 50%, in 4 Monaten um 75%. Deshalb vermindert sich der im Sommer aufgebaute Wert mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit kontinuierlich und der in der Bevölkerung allgemein gesunkene Spiegel führt dann zu Jahresbeginn regelmäßig zu wahren Epidemien an Erkältungskrankheiten.

Glücklicherweise kann Vitamin D gut substituiert werden, was auch zu empfehlen ist. In Deutschland sind die verschreibungspflichtigen Kapseln DEKRISTOL 20.000 (50 Kapseln à 20.000 i.E. [internationale Einheiten]) das Mittel der Wahl. Um den festgestellten Blutwert auf den angestrebten Wert anzuheben, wird von erfahrenen Ärzten die kurzfristige Einnahme von 10.000 i.E. je Skalenpunkt empfohlen.
Beispiel: gemessener Wert 13 ng/ml, Zielwert 50 ng/ml erfordert eine Einnahme von 370.000 i.E. (50 – 13 x 10.000). Diese kann man z.B. über knapp 3 Wochen verteilt einnehmen, also 19 Tage lang täglich 1 DEKRISTOL 20.000 – oder an 9 Tagen je 2 x 20.000 i.E.
Diese Regel gilt für einen gesunden 70 kg schweren Menschen. Bei höherem Gewicht wird die Dosis
proportional erhöht, also bei 90 kg + 30%, bei 140 kg die doppelte Dosis.

Nach diesem Set-Up oder wenn der gemessene Wert schon im angestrebten Bereich liegt, sollte über die dunkle Jahreszeit die Erhaltungsdosis eingenommen werden, das sind täglich etwa 3.000 i.E., bei Übergewichtigen oder Rauchern auch 4.000 – 6.000 i.E.

Nun noch einmal zurück zum Sommer: wie sonnt man richtig? Da ja der Sonnenstand von Bedeutung ist, ist die ideale Zeit für ein Sonnenbad zum Vitamin-D-Aufbau über die Haut ab etwa Mitte April bis Mitte September die Mittagszeit. Hier wird ein erforderlicher UV-Index > 3 erreicht. Im Hochsommer hat die UV-Strahlung der Sonne bei uns einen maximalen Anteil von 5% UV-B, und nur dieses bildet die Vorstufe von Vitamin-D in der Haut. Allerdings haben wir uns in den letzten Jahren selbst „ausgeschmiert“: Sonnenschutzfaktoren verhindern insbesondere diesen benötigten UV-B-Anteil. Also sollte man ungeschützt mit möglichst viel entblößter Haut, wenigstens Arme und Beine, ein Sonnen-
bad nehmen. Je nach Hauttyp reichen 5-10 Minuten (rote, helle Typen), ansonsten 10-15 (Hauttyp II + III) oder auch max. 20 Minuten (südländischer Typ). Dieses Sonnenbad reicht bei jüngeren Menschen regelmäßig aus, um 10.000-20.000 i.E. Vitamin D über die Haut aufzubauen. Als persönlichen Richtwert kann man auch die halbe Erythemzeit annehmen, also die Hälfte der Zeit, in der man ungeschützt eine Hautrötung entwickelt. Zwei bis drei dieser Sonnenbäder je Woche sind mit die beste natürliche Gesundheitsvorsorge! Nach dem Sonnenbad sollte man sich dann natürlich eincremen oder bekleiden, um einen Sonnenbrand zu vermeiden.

Zu beachten ist, dass die Haut mit zunehmendem Alter die Fähigkeit der Vitamin-D-Bildung verliert.
Ein 70-Jähriger kann nur mehr 25% des Potenzials aufbauen wie ein 20-Jähriger. Andererseits steigt der UV-B-Anteil im Sonnenlicht und damit der Aufbau von Vitamin D mit zunehmender Äquatornähe und geografischer Höhe. Wer also in den Süden fährt oder auf Berge wandert, hat eine entsprechend höhere Dosis UV-B im Sonnenlicht, was natürlich zu kürzeren Besonnungszeiten führt und erhöhten Schutz erfordert.
Auch eine regelmäßige Nutzung der Sonnenbank kann bei ausreichendem UV-B-Anteil (dieser sollte 2-3% des UV-Lichtes betragen) fehlende Besonnungsmöglichkeit ersetzen.
Quellen und vertiefende Literatur:

–   Vitamin D, Die Heilkraft des Sonnenvitamins, Uwe Gröber/ Michael Holick,
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage 2015

–   Gesund in sieben Tagen, Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie, Dr. med. Raimund von Helden,
Hygeia-Verlag, 11. Auflage 2013

Fachärztlicher Begleiter:
Dr. med. Christoph Roggendorf, Arbeitskreis vitamindelta.de, Privatärztliche Praxis, 50677 Köln

 

 
Heinrich Remagen

Sachkundiger für Beleuchtung

GF REMAGEN – Ideen für Licht + Raum e.K

(Fotonachweis: © Johan Larson/shutterstock.com)

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